bau1haus. Zwickau und die Moderne in der Welt

veröffentlicht am: 27.06.2019

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Eine fotografische Weltreise von Jean Molitor

100 Jahre nach Gründung des Bauhauses in Weimar, der wohl populärsten und gleichzeitig umstrittensten Kunstschule, zeigt die Galerie am Domhof Zwickau in einer Ausstellung die Spuren der architektonischen Moderne weltweit. Mit 100 Fotografien von Bauhaus-inspirierten Gebäuden nimmt uns Jean Molitor mit auf eine spannende Entdeckungsreise in Länder wie den Libanon, Israel, Kuba, Kambodscha, Burundi, den Kongo, Guatemala, Indien und die USA. Die fotografische Weltreise führt aber auch nach Europa und in Deutschland sogar bis nach Zwickau. Die Eröffnung der Sonderausstellung findet am Sonntag, dem 7. Juli um 11 Uhr statt. Zu sehen ist sie bis 6. Oktober.

Die eigentliche Moderne begann nach 1918. Bedürfnisse der Menschen nach Licht und Luft, nach Wohn- und Stadthygiene, der Einsatz neuer Materialien wie Beton, Stahl und Glas sowie innovative Entwurfsprinzipien wie Funktionalität und organische Tendenzen im Bauen, führten zur klassischen Moderne in der Architektur, die den Einsatz historischer Formen abgelehnt.

Der Berliner Fotograf Jean Molitor ist auf seiner Fotosuche nach Bauten der Moderne in der ganzen Welt fündig geworden. Die Ausstellung bau1haus will Augen und Herz öffnen für die Ästhetik der Zeit und Impulse zur Erhaltung unwiederbringlicher Bausubstanz geben.

In seinen künstlerisch-ästhetischen, großformatigen Schwarz-Weiß-Fotografien, die auf eine Betonung der formalen Aspekte der Architektur abzielen, werden Bauten der Moderne aus verschiedenen Ländern und Erdteilen präsentiert. Seine Werke setzen die Architektur der Moderne mit ihrem wegweisenden Design in einen weltweiten Kontext und machen gegenseitige Wechselwirkungen sichtbar. Sie sind die einzige Auseinandersetzung mit dem Thema Bauhaus in dieser Art. Auf der ganzen Welt findet er die Erben des Bauhauses – sei es in Berlin oder Casablanca, Stuttgart oder Havanna, St. Petersburg und Guatemala Stadt, in Wien oder auch in Zwickau.

In Zwickau fotografierte Jean Molitor Gebäude wie das Kaufhaus Schocken und Wohnblocks in der Erlmühlenstraße. Besonders herausragend ist dabei eine Fotostrecke, welche die Pestalozzischule in den Focus rückt. Die 1928 fertiggestellte und am 7. Oktober 1929 eröffnete Pestalozzischule ist die einzige Schule im Bauhausstil in Sachsen.

Die 100 Bilder in den vier Ausstellungsräumen der Galerie am Domhof Zwickau sind thematisch geordnet. Ein Raum widmet sich den Motiven aus Zwickau. Ein weiterer Raum zeigt Bauwerke aus Sachsen und Deutschland, ein Ausstellungsraum spiegelt bauhausangelehnte Architektur aus Europa und im größten Ausstellungsraum werden Fotografien von Bauwerken aus der Welt präsentiert.

Jean Molitor

Der Berliner Fotograf Jean Molitor studierte künstlerische Fotografie an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst bei Prof. Arno Fischer. Seit 1993 ist er freischaffender Fotograf für Magazine, Zeitungen und Industrie. 2009 startete er sein Projekt bau1haus.

Ein Ziel des Fotoprojektes „bau1haus“ ist es, die globalen Verbindungen und den weltumspannenden Austausch der modernen Bauformen sichtbar zu machen. bau1haus ist ein offenes Projekt. Mittlerweile existieren Fotografien von Bauwerken aus mehr als 30 Ländern.

Die Sonderausstellung ist vom 7. Juli bis 6. Oktober zu sehen.
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Jean Molitor: Zwickau Pestalozzischule, 2016
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Jean Molitor: Kongo Bukavu Wohnhaus, 2014
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Jean Molitor: Tschechien Jablonec nad Nisou, Haus Hasek, 2014
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